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Hier werden Hinweise, Berichte oder Erläuterungen, eben solche Mitteilungen zu finden sein, die sich auf unsere Aktivitäten im Reenactment oder auf besondere Erkenntnisse aus der Quellenforschung beziehen. |
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Das Bivouacquiren
Wachdienst Ablösung Der Offizier lässt Abteilung formieren – in Sektion(Uoffz. rechts), in Reihe(Uoffz. 2.Rotte rechts) Gewehr über – Geschwindschritt Begegnung mit Offizier od. einer Wache – Gewehr anfassen lassen
Einige Schritte vor zu beziehender Wache Gewehr anfassen lassen und nach „Halt!“ mit Einschwenken oder Frontmachen der alten Wache gegenüberstehen. Richten lassen. Uoffz. auf den rechten Flügel, macht dann einen Schritt vor, links um und lässt präsentieren.
Uoffz. der neuen und alten Wache gehen aufeinander zu und der neue übernimmt Postenzettel, lässt Wichtiges berichten. Dann zurück und auf rechten Flügel, lässt schultern. Neue Wache rechts um und marschiert in die Micken (zu den Gewehrständern), alte Wache auch dorthin. Beide machen wieder Front – stehen sich gegenüber.
Gefreite (od. Uoffz) der neuen Wache 4 Schritt vor, macht kehrt, Gewehr ab, streckt es aus. Gefreite (od. Uoffz) der alten Wache tritt rechts neben ihm, Gewehr ab, streckt es aus. Beide stehen Front zur neuen Wache.
Uoffz. der neuen Wache nummeriert jeweils soviel Mann für die Posten für 1-2Std. pro Nummer. Beispiel: 3 Posten à 2 Mann = 6 Mann sind die No.1; weitere 6 sind die No.2; usw.
Die erste Nummer lässt er vortreten zum Gefreiten und rangiert und instruiert sie.
Instruktion der Posten. Für alle: Nicht mehr als 15 Schritt vom Posten entfernen, sich nicht setzen, kein Tabakrauchen, kein Plaudern, nicht Essen, kein Geld annehmen. Hat Posten Gewehr bei Fuß, bedeutet Ausstrecken gleich Präsentieren. Anfassen bei Fuß gleich Anfassen auf Schulter.
Schildwache vorm Gewehr: Ruft die Wache heraus bei S.M. dem König, allen königl. Prinzen und Prinzessinnen, sämtlicher Generalität, Rittern des schw. Adlerordens, allen Stabsoffizieren, und jeder Mannschaft, die so stark wie die Wache ist, sei sie bewaffnet oder unbewaffnet (jedoch nicht unter10 Unbewaffneten). Schildwache tritt auf den Flügel der Wache und macht die vom Uoffz. kommandierten Honneurs. Vor Rittern des roten Adlerordens präsentiert sie ohne herauszurufen. Vor allen Subalternoffz. und Rittern des Pour le Mérite fasst sie das Gewehr an. Geht eine der o. g. Personen vorbei und winkt, dass nicht herausgerufen werden soll, so unterlässt es die Schildwache und präsentiert für sich allein. Die Schildwache vorm Gewehr einer Torwache merkt auf die Ein- und Auspassierenden, ruft den Uoffz., wenn sie examiniert werden müssen und schickt Handwerker od. gemeine Reisende zur Wache zur Durchsicht ihrer Kundschaften od. Pässe.
Gefreiter und Schildergast am Baum: Der Schildergast präsentiert nie, sondern fasst immer nur das Gewehr an.
Der Gefreite am Baum streckt vor allen Personen das Gewehr aus, bei denen die Schildwache vor dem Gewehr herausruft.
Übrige Posten: Verhalten sich wie der Gefreite am Baum. Haben sie jedoch das Gewehr auf Schulter, dann präsentieren sie. Die einzelnen Leute der Wachposten werden über die Wichtigkeit ihrer Aufgaben aufmerksam gemacht.
Die Gefreiten der neuen und alten Wache machen kehrt und der rechts stehende der neuen Wache kommandiert: Marsch, das Gewehr über! Die Ablösung folgt im Geschwindschritt. Am abzulösenden Posten kommandiert der (neue) Gefreite Halt! Stellt sich so, dass er mit links um, der alte so, dass er mit rechts um gegen die Ablösung steht. Auf das Kommando: Ablösung vorwärts, Marsch! gehen der Ablöser und der Abgelöste sich einander entgegen, überliefern sich das zu wissen Nötige, und treten dann an ihre Flecke, der erste auf den Posten, der letzte bei der Ablösung. Beide machen Front ohne Befehl. Aufs Wort: Marsch! folgen die Leute einfach nur dem Gefreiten zum nächsten Posten. Sind alle Posten aufgeführt, so kommandiert der Gefreite der alten Wache (und läuft nun rechts). Bei Rückkunft zur Wache lässt der Gefreite die Abgelösten eintreten.
Während der Zeit der Ablösung überliefern die beiden Uoffz. die Ordres-, Parole- und Meldebücher und alle sonstigen Utensilien. Bis zur Rückkunft bleibt die Wache im Gewehr, kann bei Fuß bleiben. Zum Abmarsch der alten lässt der neue Uoffz. Gewehr aufnehmen, präsentieren. Einzelne Nummern der Wache können beurlaubt werden, müssen aber zum Postenwechsel beizeiten zurück sein. Geschäft des Uoffz. ist den Postenzettel zu auszufertigen: die Leute namentlich aufführen, in der Postennumerisierung, dann Gefreiten zum Melden abfertigen, welcher Meldung und Rapport beim Offizier der Wache übergibt.
Rapports und Meldungen geschehen in der Regel nach Ablösung der Wache, des Abends einige Stunden vor Zapfenstreich, und des Morgens nach der Reveille. Außergewöhnliche Vorfälle werden sofort der Hauptwache gemeldet.
Honneurs der Wache Beim ins Gewehr treten ergreifen die Leute das Gewehr selbst, der Uoffz. kommandiert dann: Das Gewehr auf! und darauf Richt Euch! Beim aus dem Gewehr treten kommandiert der Uoffz. nur: Das Gewehr ab! Tretet weg! Die Leute strecken die Gewehre in die Micken und gehen zurück. Jede Uoffz.-Wache tritt ins Gewehr vor Sr. Majestät dem Könige, den Königl. Prinzen, Prinzessinnen, Generalen, Stabsoffizieren, Fahnen, Standarten, Rittern des Schw. Adlerordens, und jeden Trupp, der so stark ist wie sie, er mag bewaffnet sein oder nicht (vor Bewaffneten ins Gewehr, den Unbewaffneten ans Gewehr); ferner vor allen regierenden fremden Häuptern, doch nicht vor fremden Prinzen und Prinzessinnen, wenn dies nicht anders befohlen wäre. Ebenfalls vor fremden Generälen ins Gewehr, doch nicht vor fremden Stabsoffizieren. Was die Honneurs selbst betrifft, so wird präsentiert vor Sr. Majestät, sämmtl. Königl. Prinzessinnen, den königl. Prinzen, die ihrem militärischen Range nach Stabsoffiziere und mehr sind, ferner vor regierenden fremden Häuptern, preußischen und fremden Generalen, vor allen preußischen Stabsoffizieren, Fahnen und Standarten, Wachen, die mit klingenden Spiel vorbei gehen, Leichen, die mit militärischen Honneurs begraben werden. Vor allen bewaffneten Mannschaften, welche kein Stabsoffizier begleitet, Wachen, die still vorbei marschieren wird nur das Gewehr aufgenommen; vor Rittern des schw. Adlerordens, unbewaffneten Truppen nur ans Gewehr getreten. Will eine Person, vor der ins Gewehr getreten wird, nicht, dass dieses statt finde, und winkt also, so lässt der Uoffz. die Wache wegtreten, er selbst bleibt aber auf seinen Posten stehen.
Examinierung Was das Examinieren betrifft, so muß der Uoffz. von jedem Ein- und Auspassierenden wissen: seinen Namen, Charge, wo er herkommt, wo er hin will, wo er gewohnt hat, wo er wohnen wird (Straße und Nummer), Zeit wann er ein- oder auspassiert ist. Das Gefragte wird dann kurz und bündig auf einen Zettel bemerkt, welcher zur oben bestimmten Zeit nach derHauptwache geschickt wird.
Meldung ungefähr so: Von der N.N. Wache N. den 6ten Juli1813.
Richtiges Bemerken des Namens ist hierbei Hauptsache. Es ist die Pflicht jeden Reisenden zu melden. Ist Befehl die Pässe zu erfragen, so ist das Signalement mit der Person genau zu vergleichen. Der Uoffz., der die Wacht hat, tut seine Pflicht, wenn er die Zeit seiner Wache über so viel wie möglich draußen ist und auf alle Passierenden ein genaues Auge hat.
Beim zweistündigen Ablösen der Posten tritt die Wache, wenn die Schildwache zum Ablösen heraus ruft, ins Gewehr, der Uoffz. kommandiert, wenn das Gewehr aufgenommen ist: Ablösung vor! Instruiert jeden einzelnen Posten, lässt die Ablösung abmarschieren, rangiert den Rest und lässt wegtreten. Kehren einzelne Posten zurück, warten sie auf die anderen. Gehen nicht beim Herausrufen der Wache mit ins Gewehr. Kommt der letzte Posten zurück, tritt die Wache ins Gewehr, der Uoffz. lässt das Gewehr aufnehmen, sämtliche Abgelösten eintreten, rangieren und dann wegtreten.
Während der Dunkelheit hat der wachthabende Uoffz. seine Posten so zu instruieren, dass, sobald die verschiedenen Grade der Offiziere nicht mehr unterschieden werden können, nur vor Ronden(Kontrollgänge) oder Patrouillen präsentiert wird, vor allen Offizieren aber die Posten das Gewehr anfassen. Was das Examinieren der Ein- und Auspassierenden während dieser Zeit betrifft, so muß die Schildwache alles genau beobachten, was sich der Wache nähert und rechtzeitig anrufen (Halt! Wer da!). Das ins Gewehrtreten bei den entsprechenden Personen erfolgt wie am Tage.
Was das Examinieren der Ronden und Patrouillen betrifft, so findet dieses auf folgende Art statt: die Schildwache bekommt auf ihr Anrufen die Antwort Ronde, sie antwortet: Steh Ronde!, präsentiert und ruft: Unteroffizier heraus! Burschen ins Gewehr! Die Ronde darf sich nicht nähern bis die Wache da ist. Gefreiter geht vor und fragt: Wer da? Auf die Antwort Ronde, sagt er: Wer tut die Ronde? Befindet er die Antwort für richtig, so sagt er: Unteroffizier, die Ronde ist richtig! - Achtung! Präsentiert das Gewehr! Der Uoffz. lässt hierauf präsentieren, sagt dann: Avancir, Ronde! und gibt derselben die Parole. Erhält die examinierende Schildwache Patrouille zur Antwort, so sagt sie: Steh, Patrouille! Was für Patrouille? Auf die Antwort Unteroffizier- oder Gefreitenpatrouille, ruft sie den Uoffz. und präsentiert. Der examiniert wie bei Ronde beschrieben noch einmal. Bei Richtigkeit sagt er: Avancir Patrouille! und empfängt die Parole und Patrouillenzettel und unterschreibt, vermerkt auch die Uhrzeit. Sämtliche Posten lassen nach Zapfenstreich nichts mehr, und wenn es auch Offiziere sind, ohne Mannschaften passieren. Bei Ronden und Patrouillen präsentieren sie, nachdem sie erfahren haben, dass sie solche sind, und rufen: Ronde oder Patrouille vorbei! Sind es aber Ablösungen, fassen sie nur das Gewehr an. Begegnen sich Patrouillen, so gibt diejenige, die angerufen wird, der anderen die Parole.
Wird die Wache abgelöst, sorgt der Uoffz. für eine ordnungsgemäße Übergabe der Postenbücher, etc. Erhält er von seinen zurückkehrenden Posten die Meldung der richtig befundenen Ablösung, so macht er seinerseits eine Meldung an die Hauptwache, in der er bemerkt hat, was sich bei ihm zugetragen hat, die Namen der getanen Ronden, die Zeit, wann sie die Wache passiert haben, die Zahl der Patrouillen. Tritt die alte Wache vor der neuen ins Gewehr, so lässt er präsentieren, und verhält sich so wie dies beim Aufziehen der Wache weitläufig auseinander gesetzt ist.
Feldwache (gegen den Feind immer 2 Mann) Instruktion: Auf eigene Sicherheit und Deckung achten. Position seiner Nebenposten kennen. Niemanden ungemeldet passieren lassen. Jede Veränderung und feindliche, auch freundliche Bewegung (Truppengattung, Stärke, Marschdirektion) wird gemeldet. Bei mehr als 2 Mann Feind wird zeitig Warnschuss gegeben um Nebenposten und Wache zu benachrichtigen. Einer macht bei Wache Meldung, andere beobachtet bis er weichen muss. Das zeitige Feuer darf nie verabsäumt werden. Bis 2 Mann Feind dürfen aus Versteck überwältigt werden. Fürs Passieren Hauptregeln fürs Examinieren:
Einpassieren wie eben unter Punkt 1. Bei Kavallerie: Halt! Abgesessen! Ein Mann vor…etc. Bei Parlamentairs werden dem Mann die Augen verbunden und zur Wache geführt. Der andere beobachtet die im Kehrt Stehenden. Bei Deserteurs haben diese bei Halt! die Waffen abzulegen, davon wegzugehen. Einer bewacht Waffen, der andere führt einen der Deserteurs zur Wache. Bei zurückkehrenden Kommandos oder Patrouillen wird ebenfalls Halt! Ein Mann vor, die anderen kehrt! gerufen. Bei Unkenntnis der Personen nachfragen wie viel Mann, von welchem Regiment, wo gewesen, wer kommandiert. Den einen Mann zur Wache führen zwecks Legitimation. Bei Offizieren passiert bei Unkenntnis der Personen das Gleiche. Marketender und Landeinwohner werden nach Examinierung ebenfalls zur Wache geführt.
Examinieren bei Nacht: Genauso wie bei Tage, jedoch mit Losung und Feldgeschrei!!
Ist die Losung richtig, nähern sich beide und die Frage Feldgeschrei? erfolgt. Die Antwort wird so leise wie möglich gegeben. Bei Richtigkeit wird weiter wie am Tage verfahren. Wer bei Halt! Nicht steht und Wer da? Nicht Antwort gibt, wird als Feind behandelt, d.h. es wird Feuer auf ihm gegeben. Wer keine Losung oder Feldgeschrei hat, also Reisende oder Landeseinwohner, darf bei Nacht nicht passieren und wird zurückgewiesen. Offiziere, die nicht rechtzeitig ohne Kenntnis der Losung zurückkehren, werden erst mit einer Patrouille oder der Ablösung zur Wache geführt. Patrouillen und Ablösungen müssen sich auch mit Losung und Feldgeschrei rechtfertigen. Sicherungsmittel der Wache:
Die Posten sind so zu auszusetzen, dass der Feind in alle Richtungen frühzeitig genug entdeckt werden kann. Ist das Terrain unübersichtlich, muss man sich durch häufiges Patrouillieren zu sichern wissen. Patrouillen gerade gegen den Feind gewähren die meiste Sicherheit. Sie brauchen und müssen nur schwach sein um sie ohne Ermüdung der Leute recht oft schicken zu können. Sie sollten bis an die Posten des Feindes gehen. Die Ablösung der Posten dient zur gleichen Zeit als Patrouille und fängt mit dem entferntesten Posten an. Künstliche Verstärkungen sind zur Postensicherung nicht außer Acht zu lassen. Gewähren dergleichen angebrachte Hindernisse auch nicht selbst Schutz vor einem Schusse, so sich sie schon deshalb nützlich, wenn sie dem Feinde Aufenthalt verursachen. Erwartet die Wache von ihrer eigenen Aufmerksamkeit die größte Sicherung, so kann am Tage einer für alle wachen, wenn dieser Eine die umliegende Gegend von einem passenden Orte beobachten kann. Bei Nacht ist dies ganz anders; sämtliche Wachen sind am Gewehr, auch wenn der einen Hälfte zu schlafen erlaubt ist, so ist die andere umso wachsamer. Der Feldwache ist kein Feuermachen gestattet. Verhalten des Uoffz. der Wache: Sobald die Schildwache vor dem Gewehr einen Schuss hört, tritt die Wache ins Gewehr. Ist der Schuss von einem weit entfernten Posten, so schickt der Uoffz. eine Patrouille dorthin. Ist es ein naher Posten, trifft ja gleich die Meldung ein. Der Uoffz. entscheidet was Ursache und ob Posten wegen eines Angriffes eingezogen werden müssen. Er unterrichtet bei letzterem den wachhabenden Offizier.
Es darf niemand aus der Postenkette der Feldwache das Auspassieren gestattet werden, wenn er nicht vom Vorposten-Kommandeur durch vorzeigen eines Passes dazu autorisiert ist. Wie es sich mit Parlamentairs, Deserteurs, zurückkehrenden Patrouillen oder Kommandos und Offizieren verhält ist schon weiter oben erklärt worden. Die gewöhnlichen Meldungen, und an wen sie geschehen, ist dem Wachhabenden durch seine Instruktion bekannt. In der Regel geschehen sie von jeder Feldwacht nach Beziehung derselben und nach Aufführung der ersten Posten.
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